No Black Friday

Danke nein-No Black Friday!

Wie kann ein Produkt 40% weniger kosten?

Nachdem der Black-Friday nun auch in Deutschland fester Bestandteil ist und ihn laut mydealz.de Studie, vom 7.11.17  neun von zehn Deutschen kennen, frage ich mich als Hersteller, was ich falsch mache?

Wenn ich durchschnittlich 40% Preisnachlass am Black-Friday gewähren würde, hieße dies, dass meine Produkte an dem Tag unter Wert verkauft werden. Denn das ist ungefähr meine Marge. Dazu später noch ein sehr offenes Beispiel für ein in Deutschland produziertes, faires Produkt.

Aber zunächst mal zur Logik. Ich verkaufe also meine Produkte an einem Tag oder inzwischen einer Woche zu einem unterkalkulierten Preis. Dafür kann es aus meiner Sicht nur wenige Gründe geben. Mir fallen da folgende ein:

 a) Ich möchte an Markenbekanntheit gewinnen

ist ja auch ein Wert, der allerdings keine Miete und Produktion bezahlt. Ich brauche also viel Kapital als Back-Up, dass mich erstmal finanziert. Gut, ich habe einen Geldgeber gefunden und die Markenbekanntheit gesteigert. Was hat sich der Kunde von meiner Marke gemerkt? Da bekommt er 40% Rabatt! Und dafür ein Produkt das offensichtlich viel mehr wert ist! Super!

Leider wird es eine Marke, die so agiert, nicht lange geben.

b) Ich muss das machen, weil alle das machen und mein Kunde das erwartet.

Und mein Kunde ist mir wichtig! Dann bitte bei a) weiterlesen.

c) Ich kann so mein Label von der Konkurrenz abheben.

Meine Mitbewerber halten den Preiskampf nicht lange durch. Ich kann sie so verdrängen und die Preise danach „ konkurrenzlos“ kalkulieren. Ein Beweggrund, der bei großen Konzernen sicherlich eine wichtige Rolle spielt. Denn bestimmte Rabatte werden mit den Gewinnen aus anderen Geschäftsbereichen querfinanziert. Eine Strategie, die nur wenigen vorbehalten ist .

Wahrscheinlich gibt es noch mehr Gründe…. aber schnell wird klar, dass ein Unternehmen, dass sich auf diese Preisschlacht einlässt, nicht daran interessiert ist, solide und nachhaltig kalkulierte Produkte zu vermarkten. Viel eher geht es darum Mitbewerber  über den Preis zu verdrängen.

Am Beispiel Kaufhof hat das Handelsblatt in seinem kürzlich veröffentlichten Artikel „Der Black Friday verdrängt das Christkind“ sehr deutlich auf die Gefahren für das Unternehmen hingewiesen. Kaufhof hatte mit enormen Rabatten im vergangenen Jahr die Black Week gefeiert- mit dem Ergebnis das Weihnachtsquartal mit einem Minus abzuschließen.

Kleine Hersteller und Lieferanten, die ausgewählte und wertige Produkte herstellen, überleben diese Strategie nicht lange. Schlimmer ist aus meiner Sicht aber noch, was mit den Kunden passiert.

Den meisten Kunden ist sofort klar, dass sie für wenig Geld nicht viel Wert erwarten können. Das ist auf Dauer nicht wirtschaftlich und das ist auch dem Kunden sonnenklar.

Wenn also Produkte mitten in der Saison locker auch 40% unter dem normalen Preis verkauft werden können, muss aus Sicht der Kunden der „normale“ Preis eben überteuert sein! So die Logik!