meinfrollein besucht Spendenprojekt im bosnischen Kinderdorf

Willkommen in Selo Mira
Willkommen in Selo Mira

Alles beginnt mit einem kurzen Anruf Anfang März: „Frau Lewe, hätten Sie nicht Interesse, uns in das bosnische Kinderdorf zu begleiten?“
Welch’ eine Gelegenheit!
Natürlich möchte ich persönlich sehen, wie es vor Ort aussieht und wie die Spende eingesetzt wird.

Im Mai 2015 ist es soweit. Ich werde die Verantwortlichen der Stiftung Kinderzukunft während ihres Besuchs vor Ort treffen! Es ist das dritte Spendenprojekt von Meinfrollein: mit der Spende wird die Schneiderwerkstatt des bosnischen Kinderdorfes Selo Mira unterstützt.
Nach 3 Stunden Autofahrt von Sarajevo durch eine wunderschöne, bergige Landschaft komme ich in der Nähe von Tuzla an einem fantastischen See. Nicht mehr weit und das Hinweisschild der Stiftung weist mir die letzten Kilometer.

Am Freitagmittag treffe ich im Friedensdorf (die Übersetzung von „Selo Mira“) ein. Es liegt sehr idyllisch auf einen Berghang mit Blick über eine weich geschwungenen Hügellandschaft. Ein Traum für Wanderer und sehr friedvoll.
Nichts lässt vermuten, dass in der Umgebung zum Teil noch Minenfelder sind. Eines in direkter Nachbarschaft wurde erst vor ein paar Jahren „gesäubert“. Fast eine Generation ist der Krieg jetzt vorbei, aber er wirkt nach.

bosnisches Kinderdorf selo Mira

Die Sonne scheint, bestes Wetter, aber auf dem Campus ist es eher ruhig. Ich wundere mich.

Nachdem ich herzlich begrüßt wurde und mich zu der kleinen Gruppe von Paten und Angestellten der Stiftung gesellt habe, erfahre ich: die Kinder machen heute mit der Schule einen Tagesausflug. Auch hier geht das Schuljahr bald zu Ende und zur Belohnung gibt es wie in Deutschland Ausflüge.

 

Bei der Dorfbegehung, die der Direktor Osman Pozderovic mit uns macht, entdecken wir dann doch einige Kinder, die uns alle ausnahmslos herzlich begrüßen und uns zuwinken. Ich merke gleich, hier hat man schon
gespannt auf die Gäste gewartet.

Da es schon früher Nachmittag ist, schließt der Kindergarten. Die Kleinen begegnen uns, als sie den Kindergarten verlassen. Acht Kinder aus dem Dorf Turija, die auch den Kindergarten nutzen, gehen in ihre Familien im Dorf. Die anderen sind ja schon zuhause.

Wir besuchen die Ausbildungswerkstätten, wie in den Friseursalon. Hier herrscht Hochbetrieb. Wie wir erfahren, eine sehr beliebte Ausbildung, weil man sich als Friseur selbstständig machen kann. Es folgen Bäckerei, Metalllwerkstatt und Schreinerei, bevor wir zur Schneiderwerkstatt kommen. Spende für die Schneiderwerkstatt Stiftung Kinderzukunft

Hier ist die Meinfrollein Spende angekommen und stolz zeigt mir die Meisterin, was schon alles genäht wurde: Dreiteilige Anzüge und Ballkleider mit Rüschen und Volants für die diesjährige Abschlussfeier.
Die Mädels und Jungs konnten ihre eigenen Entwürfe umsetzen und dürfen richtig stolz auf ihre Ergebnisse sein. Uns ich freue mich, dass diese Träume auch durch die vielen meinfrollein Kunden wahr werden konnten!

Stiftung Kinderzukunft-spendenprojekt meinfrollein

Plötzlich füllt sich das Gelände mit Kindern vom Grundschulalter bis zu den höheren Klassen. Die Ausflügler sind wieder da.
Sofort werden wir von allen begrüßt. Manche Paten kommen zum Teil mehrmals im Jahr und sind schon gute Freunde geworden. Auch die Hausmütter freuen sich sichtlich.
Die Kinder freuen sich riesig über neue Spiele, die aufgrund des guten Wetters auch gleich ausprobiert werden. Sprachlich versteht man sich irgendwie. Die etwas älteren können zum Teil ganz gut englisch, manche sogar ein wenig deutsch. Zum Glück spricht ein Pate sehr gut italienisch!

Italienisch???
So war sicherlich auch mein Gesicht zu deuten. Wieso sprechen die Kinder im bosnischen Kinderdorf zum Teil fließend italienisch?Die Lösung ist einfach und bezaubernd zugleich. Seit Jahren können einige Kinder die Schulferien dank einer italienischen Organisation in italienischen Familien verbringen. Und Kinder lernen schnell.
Aber bei Spiel und Spaß brauchen wir nicht viel Sprache. Ich selbst geselle mich zu den schon älteren Jugendlichen auf den Basketball Platz. Hier spielt man Basketball à la Bosnien, wie mir mitgeteilt wird. Das merke ich schnell!!!
Da ich wohl besser, als erwartet spiele, genieße ich schnell Anerkennung bei den Jungs- was ein Glück!!

Es ist schön zu sehen, wie der Umgang unter den Kindern aber auch mit den Hausmüttern und Betreuern ist. Überall ist sehr viel Herz zu spüren. Am nächsten Morgen starten wir unseren Rundgang durchs Dorf. Von Tür zu Tür besuchen wir die 16 Familien und bringen kleine Geschenke vorbei. Für die Hausmütter gibt es Kaffee. Ein sehr beliebtes Mitbringsel, gehört das Kaffeetrinken in Bosnien doch zu den kulturellen Highlights und wird bei jeder Begegnung zelebriert.
Für die jeweils acht Kinder, die in zwei Zimmern in Doppelstock-Betten schlafen, gibt es Süßigkeiten. Natürlich sind Gummibärchen sehr beliebt.Es fällt sehr positiv auf, dass trotz des begrenzten Wohnraums, oder gerade deshalb, eine große Ordnung herrscht.

Kinderdorf in Bosnien

Auch der Direktor ist sehr engagiert und versucht durch die enge Kooperation mit den Nachbarn im Ort und den Behörden für alle ein positives Klima herzustellen. Letztendlich möchte er den Kindern eine echte Zukunftsperspektive geben. Daher die Ausbildungswerkstätten und das Jugendhaus in Lukavac, wo die erwachsenen Jugendlichen in WG’s auf ihre ersten Jobs warten. Nicht einfach in einem Land mit enorm hoher Arbeitslosigkeit (über 40% in 2014).
Die Strukturen im Land sind auch politisch noch nicht so stabil, dass Investoren in ausreichenden Mengen Vertrauen haben. Der Leiter des Kinderdorfs kennt sich aus und betreut das Kinderdorf seit den Anfangstagen. Er war selbst im Krieg in einem Flüchtlingslager. Auch Amir, unser Übersetzer und der Sekretär des Kinderdorfes, war im Krieg. Sie wissen, was es heißt, ohne Perspektive zu sein.

Nach und nach erfahre ich auch etwas über die einzelnen Schicksale der Kinder, die durch das bosnische Jugendamt hier herkommen. Wenn man das Lachen der Kinder hört und Ihren offenen und fröhlichen Umgang mit uns, kann ich mir kaum vorstellen, was sie zum Teil schon durchgemacht haben. Es sind Straßen-Kids aus Sarajevo dabei, missbrauchte Kinder und absolut vernachlässigte Kids.

Viele sind mit ihren Geschwistern oder einen Teil der Geschwister hier. Im Kinderdorf gibt es Zuneigung, Sicherheit, Geborgenheit und so banale Dinge wie regelmäßiges Essen und Ausbildung.

Am nächsten Morgen geht es nach dem Besuch aller 16 Familien zum Ausflug nach Tuzla! Da nicht alle Kinder auf einem Schulausflug waren, dürfen diese und die Kinder der Paten am Ausflug nach Tuzla teilnehmen. Ein großes Ereignis! Denn so oft gibt es nicht die Möglichkeit in die Stadt zu kommen. Hier wird mit der Bummelbahn eine kleine Rundfahrt gemacht und ein großer Spielplatz besucht.
So sieht Kinderglück aus!

Tuzla
Nach dem Besuch der Gedenkstätte für die Opfer, die 1995 bei einem Bomben-Einschlag mitten in Stadt-Zentrum starben, geht es zurück.

Nach dem Essen gibt es in der Kantine eine echte Überraschung für die Kleinen. Es ist so schön zu sehen, wie sich die Paten persönlich einbringen und so ein ganz besonderes Verhältnis entsteht.

Und zu meinem Glück ist gerade auch eine Patin vor Ort, die im normalen Leben Klinik-Clown ist. Sie gibt eine improvisierte Vorstellung, die ein absolutes Highlight ist. Verkleidet betritt sie in umständlicher Clownsmanier den Raum. Dabei wird ein im Weg stehender Tisch kurzerhand überklettert. Die Kleinen Lachen und sind begeistert. Sie werden in das Spiel eingebunden und plötzlich ergibt sich eine echte Mitmach-Dynamik. Auch die mitgekommenen Hausmütter sind nicht zu halten. Was für ein tolles Event!

Nach dem Ende der Vorstellung folgt die samstägliche Disco. Hier laufen die neuesten Songs und die Lautstärke ist mindestens discoreif! Heute mischt sich jedes Alter, schließlich wollen alle mit den Gästen tanzen bis die Füße schmerzen! Geschwitzt wird schon weit vorher.

Am Sonntag geht es gleich nach dem Frühstück mit Kindern auf einen Tagesausflug ins Grüne. Es wird ein Naturpark in den Bergen angefahren. Hier gibt es einen Fußballplatz, einen Spielplatz und ein Restaurant, in das die Kinder eingeladen werden. Ein besonderes Erlebnis.Nach diversen Spielen geht es gegen Abend zurück. Im Bus ist es recht ruhig. Erschöpfung ist zu spüren. Am Abend gibt es die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Essen mit dem Direktor. Beim Gespräch werden Dinge nochmal klarer. Die wirtschaftliche Situation des Landes, die hohe Arbeitslosigkeit und auch das fehlende Geld, macht es für die Bosniaken schwer, eine Vision zu entwickeln. Aber es gibt Hoffnung!

Immer wieder muss ich feststellen, dass trotz der schrecklichen Umstände, die dazu führen, dass Kinder nach Selo Mira kommen, sie aus meiner Sicht echtes Glück haben. Der kurze Einblick in den Lebensalltag zeigt mir, dass hier viel Wert auf soziale Kompetenz und eine gute Ausbildung gelegt wird.

Diese Spende in die Ausbildung dieser Kinder ist ganz sicher sehr, sehr nachhaltig!

Tausend Dank an alle Kunden, Fans, Unterstützer, an die Stiftung Kinderzukunft und vor allem an die herzlichen Menschen in den Kinderdörfern vor Ort!

Ich freue mich schon auf das nächste Projekt von meinfrollein!

Wer sich für eine Patenschaft interessiert, ist hier bestimmt gut aufgehoben!

 

 

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SPENDENPROJEKT 2014 / 15

Eindruck aus dem Kinderdorf Selo Mira, Bosnien und Herzegowina
Eindruck aus dem Kinderdorf Selo Mira, Bosnien und Herzegowina

Ausbildungsprojekt in Lukavac-Turija, Bosnien und Herzegowina

Auch diese Saison spendet meinfrollein an ein Kinderdorf der Stiftung Kinderzukunft (3 Euro pro verkauften Style). Das Kinderdorf „Selo Mira“ in der Nähe von Tuzla erhält die Spende, um u.a. Material für die Schneiderwerkstatt zu kaufen. Hier können die Jugendlichen erste Berufserfahrungen sammeln und einen Einblick ins Schneiderhandwerk bekommen.

Anfangs war das Kinderdorf ein Zufluchtsort für Witwen und Waisen des Bosnienkrieges. Heute finden hier 110 Kinder, deren Eltern sich nicht mehr um sie kümmern können oder wollen, ein neues Zuhause.

Bereits seit 1992 engagiert sich die Kinderzukunft für die vom Krieg geplagten Menschen im zerfallenden ehemaligen Jugoslawien. Vielen Familien wurde ihre Heimat geraubt und etliche Kinder verloren ihre Eltern. Die Stiftung wollte daher diesen Menschen eine Zuflucht bieten.

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde „Selo Mira“ – das Friedensdorf für Bosnien – am 22. Mai 1998 eröffnet. Auf einem fünfzehn Hektar großen Gelände in der Gemeinde Lukavac-Turija bei Tuzla bietet es seitdem ein Zuhause für mehr als dreihundert Menschen. Hier leben die Kinder und Jugendlichen in kleinen Familien und werden von Erzieherinnen unterstützt.

Es gibt u.a. einen Kindergarten und verschiedene Ausbildungsgänge. Diese sind entweder Teil der regulären Berufsschulausbildung oder dienen der Arbeitstherapie und können als freiwillige Berufspraktika zur Berufsvorbereitung genutzt werden.

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Noch heute leidet Bosnien unter den Folgen des Bürgerkrieges. In Bosnien sind nach den Kriegen der 1990er-Jahre noch 1.215 Quadratkilometer der Landesfläche vermint.

Diese Tatsache macht Bosnien und Herzegowina zum am schlimmsten von Minen verseuchten Land in Europa und zu einem der am stärksten verminten Ländern der Welt. (vgl. www.the-monitor.org)

Verschlimmert wurde die Situation durch die Flutkatastrophe im Frühjahr 2014. Durch die Fluten und Erdrutsche wurden Landminen aus dem Bosnienkrieg aufgewühlt und weggeschwemmt. Gleichzeitig wurden die Warnschilder, durch die verminten Gebiete gekennzeichnet waren, durch das Wasser fortgetragen.

Seit dem Friedensvertrag von Dayton 1995 herrscht weitgehend Stillstand in Bosnien-Herzegowina, Politiker der drei ethnischen Gruppen – Bosniaken, Kroaten und Serben – blockieren sich gegenseitig, Korruption und Vetternwirtschaft ist weitverbreitet, die Arbeitslosigkeit liegt bei 45 Prozent.

SPENDENPROJEKT 2013 / 14

Eindruck aus der Schneiderwerkstatt im Kinderdorf in Timisoara
Eindruck aus der Schneiderwerkstatt im Kinderdorf in Timisoara

Ausbildungsprojekt in Timisoara, Rumänien

Mit den Spenden der aktuellen Saison (3 Euro pro verkauften Style) wird das Nähmaterial, wie z.B. Stoffe, für die Ausbildung in der Schneiderwerkstatt im Kinderdorf in Timisoara finanziert. Durch die berufliche Ausbildung erhalten die Kinder auch langfristig die Möglichkeit, ihr Leben selbständig zu finanzieren.

Ein großes Problem Rumäniens sind die zahllosen Straßenkinder. Viele von ihnen sind aus Heimen geflohen oder stammen aus Familien, die auf Grund der desolaten wirtschaftlichen und sozialen Situation kaum noch für die Ernährung geschweige denn für die Ausbildung ihrer Kinder aufkommen können.

Auf einem acht Hektar großen Gelände der Stadt Timisoara steht das Zuhause für 200 Kinder im Alter von 3 bis 18 Jahren.

Zum Dorf gehören neben einem großen Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude ein Kindergarten, ein Gästehaus für die Paten, eine Krankenstation sowie Räume für Ärzte und Psychologen.

Außerdem gibt es eine eigene Schule, die auch von Kindern aus Timisoara besucht wird, sowie das Ausbildungszentrum.

Damit die Gelder zu 100% vor Ort ankommen, wird das Projekt durch die Stiftung Kinderzukunft umgesetzt. Die Kinderzukunft trägt das Spendesiegel des DZI, das Gütesiegel für seriöse
Spendenorganisationen und wurde für vorbildliches Engagement und beispielhafte
Stiftungsarbeit von der Hessischen Landesregierung zur Stiftung des Jahres 2009 ausgezeichnet. www.kinderzukunft.de

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