MOTTEN: Ein Schmetterling im Kleiderschrank

Oh nein- das müssen  Motten sein!
Schon wieder ein Loch. In meiner Lieblingsmütze. Die habe ich letzten Winter erst gekauft. „Mistvieh!“ rufe ich in den Kleiderschrank.

Ich kann nicht glauben, dass ich schon wieder ein Kleidungsstück sanieren muss. Fünf Löcher sind hineingefressen. Ich spähe kämpferisch in meinen Kleiderschrank, aber keine einzige Motte lässt sich blicken. Vor kurzem habe ich erst das Loch eines Schal gestopft. Betrübt stelle ich fest, dass ich mich dem Problem stellen muss, wenn ich meine Kleidung vor weiterem Mottenfrass bewahren will.

Lavendelsäckchen in Omas Kleiderschränken tauchen in meiner Erinnerung auf und das Wort „Mottenkugel“ löst leichzeitig den typischen Geruch dazu aus. Muffig ist die passende Beschreibung. Bevor ich herausfinde, wie ich den Motten in meinem Schrank zu Leibe rücke, möchte ich erst einmal wissen, mit wem ich es zu tun habe. Im Internet lese ich, dass die Kleidermotte Tineola bisselliella heißt und zur Gattung der Schmetterlinge gehört. Das macht sie mir ein bisschen sympathischer.

Sie ist auf der ganzen Welt verbreitet und fühlt sich überall dort wohl, wo sie Wolle, Pelze oder Felle findet. Darin enthalten ist das Protein Keratin, das Nahrungsmittel der Larven. Ich staune, als ich lese, dass ein Mottenweibchen 100 bis 250 Eier ablegen kann. Wenn die Bedingungen gut sind, geschieht dies vier Mal pro Jahr. Aus diesen Eiern schlüpfen nach 60 Tagen Raupen, die für die Löcher verantwortlich sind. Die adulte, fliegende Motte frisst nicht. Beschämt denke ich an alle von mir totgehauenen Exemplare. Motten sind, wie alle anderen Insekten, ein wichtiger Bestandteil von Flora und Fauna. Ich nehme mir fest vor, die Motten in Zukunft leben zu lassen. Den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen kann ich sowieso nicht erkennen.

Besser ist Prävention gegen Motten. Das Internet bietet mir 129.000 Treffer für den Begriff Kleidermotten bekämpfen.
Hier findest du die wichtigsten Tipps:

Empfohlen wird als generelle Maßnahme regelmäßiges Staubsaugen der Böden und Schubladen von Kleiderschränken. Und dabei sind die Ritzen nicht zu vergessen.

Auch hilft die regelmäßige Kontrolle der Textilien. Da Motten Schweißgeruch mögen, sollte nur frisch gewaschene Wäsche den Weg in den Kleiderschrank finden. Sind Kleidungsstücke befallen ist nach der Quelle zu suchen. Der Befall lässt sich durch vorsichtiges Einlegen in fast kochendes Wasser oder durch die einwöchige Lagerung in der Tiefkühltruhe beseitigen. Ich denke an meine schönen meinfrollein Mützen und Schals und werde mir hier lieber noch einmal den Beitrag “Wolle richtig waschen” durchlesen, bevor ich das mit dem heißen Wasser umsetze.

Das klassische chemische Mottenabwehrmittel bestand früher aus den Mottenkugeln. Heute in Papierform erhältlich, die an einem Kleiderbügel aufgehängt so im Schrank positioniert werden. Allerdings kann in diesen Papierstreifen ein für uns Menschen gefährliches Nervengift enthalten sein. Somit scheiden diese für mich aus. Im Handel erhältlich sind außerdem Lockfallen, die einen Duftstoff aussenden, damit aber auch andere Falter und Motten aus der Nachbarschaft anlocken können. Das entfällt daher ebenso. Meine Recherchen führen mich zu professionelle Schädlingsbekämpfer, die befallene Kleider oder Polstermöbel in luftdichte Kunststoffzelte verpacken und die Motten mit Stickstoff begasen. Nein, danke, keine NS-Maßnahmen in meinem Kleiderschrank!

Ich gebe im Internet Kleidermotten biologisch bekämpfen ein und stoße auf die Schlupfwespe. Eier dieser winzigen Nützlinge werden im Schrank abgelegt. Nach dem Schlüpfen suchen und finden die Schlupfwespen die Motteneier und fressen sie auf. Sind keine Motteneier mehr da, stirbt die Schlupfwespe. Da sie nur 0,3 bis 0,4 mm groß sind, fallen sie meinen Augen nicht auf.

Eine weitere Alternative sind ätherische Öle aus Zedern-, Zirbelkiefer- und Niembaumholz oder Lavendel. Ich denke wieder an meine Oma, die ich leider nicht mehr fragen kann. Genauso klug sind aber bekanntlich die Mütter. Ich greife zum Telefon. In der Tat ist meine Mutter sofort eifrig bei der Sache und diktiert mir folgenden auszuführenden Plan.

Erstens:

den kompletten Kleiderschrank durchgehen und die Gelegenheit nutzen zum gleichzeitigen Ausmisten. Gute Idee, habe ich lange nicht gemacht. Dann habe ich wieder Platz für neue Teile, grinse ich ins Telefon und tippe nebenbei www.meinfrollein.de/shop/ ein. Meine Mutter ignoriert das, denn sie ist schon bei

Zweitens:

den Kleiderschrank gründlich mit Essigwasser auswaschen.

Drittens:

beim Wiedereinräumen in jedes Fach ein Lavendelsäckchen hineinlegen. So einfach ist das. Und am besten sofort anfangen. Ich danke meiner Mutter für ihre Ratschläge, außer für den letzten.
Obwohl sie auch hier natürlich Recht hat. So wie die Mütter das immer haben! 

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