Charity Projekt in Rumänien – Zukunft schenken!

Besuch im Rumänischen Kinderdorf „Satul de Copii


Es ist Meinfrolleins fünftes Charity Projekt, das zweite im rumänischen Kinderdorf der Stiftung Kinderzukunft, dass mich nach Timisoara im Westen Rumäniens bringt.

Rumaenienreise-Blog5

Der Flug beginnt an einem Sonntagmorgen im Mai und bringt mich nach Timisoara. Für mich ist es der zweite Besuch in einem Kinderdorf der Stiftung Kinderzukunft und es ist meine erste Reise nach Rumänien.
Ich bin gespannt!

Schon aus der Luft erinnert beim Anflug alleine die Struktur und Größe der Felder noch ein wenig an Planwirtschaft und Kolchosen. Bilder der Revolution von 1989 werden ins Gedächtnis gerufen. Ein armes Volk, das extrem unter der Diktatur Ceausescus gelitten hat. Ich erinnere Bilder von ausgemergelten Kindern in gruseligen Kinderheimen.
Das ist lange her.

Rumänien gehört seit mehr als zehn Jahren zur Europäischen Union.
Und das merke ich sofort bei meiner Einreise: Passkontrolle!
Wie immer stehe ich in der langsamsten Schlange.

Neben und vor allem vor mir wird gründlich geprüft. Ohne Pass eines EU-Mitgliedslandes heißen die Fragen: Grund der Reise? Wo werden Sie wohnen? Wie lange bleiben sie? Haben Sie 500€ bei sich? Zeigen! (Kein: Bitte!)
Rückflug Ticket? Zeigen! (Wieder kein: Bitte!)
Hier werden die EU Außengrenzen verteidigt.
Ich werde nach kurzem Zeigen des Passes durchgewunken! Als Deutscher ist man so privilegiert!

Willkommen in Rumänien!
Wir werden herzlich vom Direktor des Kinderdorfes, Herrn Popescu, und dem Assistenten Valentin empfangen und zu unserem Hotel in Timisoara gebracht. Das Gästehaus im Kinderdorf wird gerade renoviert!

Stiftung Kinderzukunft, meinfrollein Charity Projekt

So nutzen wir die Gelegenheit und machen einen kleinen Bummel durch die wunderschöne und im Kern sehr schön restaurierte Stadt.

Die erfahrenen Paten erklären mir, was sich alles seit dem Bau des Kinderdorfes 1994 getan hat. Damals gab es unglaublich viele Straßenkinder, die zum Teil in der Kanalisation der Stadt lebten. Heute sieht zumindest alles schön aus, die Armut ist erst auf den zweiten Blick sichtbar.
im Kinderdorf, Rumänien

Über 110 Kinder – Besuch im Kinderdorf
Am nächsten Morgen ist es soweit. Wir fahren in das Kinderdorf, das am Rande der circa 320.000 Einwohner großen Stadt liegt. Das Kinderdorf wurde in den letzten Jahren grundlegend renoviert, was anlässlich der Patenreise mit einem kleinen offiziellen Fest gefeiert werden soll.

Wir werden vom Direktor stolz durch das Hauptgebäude geführt. Hier gibt es Sozialstationen, eine Krankenstation, die Bibliothek, Aufenthaltsräume und einen großen Tagungsraum. Alles ist hell und freundlich, die Wände sind aufwändig mit Blumen bemalt und überall hängen Bastelarbeiten der Kinder.

Da alle Kinder noch in der Schule oder im Kindergarten sind, ist es auf dem 8 ha großen Gelände sehr ruhig und der Direktor nutzt die Gelegenheit, ein wenig über die Entwicklung des Kinderdorfes zu erzählen.

Rumänien gehört seit 10 Jahren zur EU und muss den Vorgaben entsprechen.
Das gilt auch für die Struktur und Unterbringung in Kinderheimen. Heute dürfen statt der 24 Kinder „nur“ noch 8-12 Kinder mit einer Erzieherin pro Haus wohnen.

Hoffnung- Charity Projekt von meinfrollein

Es gibt Jungenhäuser und Mädchenhäuser, nur die Kindergartenkinder leben gemischt. Manche neue Regelung ist gut gemeint, führt bei öffentlichen Einrichtungen aber zu ungewollten Konsequenzen. So dürfen Jugendliche nicht arbeiten, was dazu führt, dass die Gemüsegärten im Kinderdorf nur noch rudimentär vorhanden sind- schade!

Der Tagesablauf im Kinderdorf ist sehr geregelt. Frühstück und Abendessen findet in den Häusern statt, mittags essen die Kinder in der Kantine. Hier wird das Essen frisch zubereitet. Typisch für Rumänien: es gibt zu jedem Essen helles Brot in riesigen Mengen! Jedes Haus verbraucht alleine für Frühstück und Abendbrot ca. !!! acht!!! Brote!
Was für ein Glück, dass es die kinderdorfeigene Bäckerei gibt!

Basteln und Kicken – die Kinder sind einfach besser!
Nach dem Mittagessen geht es endlich zu den Kindern in die Häuser. Wir werden zu einer Bastelstunde eingeladen und sind erstaunt, wie filigran und exakt selbst die Kleinsten schon basteln können. Da können wir nur den Hut ziehen!

meinfrollein, fairtrade Charity Projekt Rumänien

Die Größeren helfen den Kleinen und so bekommen alle wunderbare Masken und gebastelte Karten. An Glitter wird nicht gespart: es sind einfach mehr Mädchen beim Basteln als Jungen!

Die sind nachmittags draußen zu finden. Sie spielen in unterschiedlichen Gruppen Fußball oder hören Musik auf dem Handy.

Mich zieht es auch nach draußen, möchte ich doch meine Mitbringsel unter die Kinder bringen. Gefolgt von einem „Fanclub“ verteile ich u.a. Basketball und Fußball.

Spenden Charity Projekt Rumänien, Timisoara

Sofort muss gespielt werden. Fabiana ist fußballvernarrt und organisiert gleich zwei bunt zusammen gewürfelte Teams. Zeitweise spielt auch der alte Hund des Kinderdorfes mit.

Die Kinder sind alle total offen und herzlich und freuen sich riesig über die Aufmerksamkeit. Die Kleinen wollen alle an die Hand oder auf den Arm, die Älteren laufen über den ganzen Hof für die Begrüßung!
Mehr als alle Mitbringsel zählen unser Interesse an den Kindern und unsere Nähe.

meinfrollein, fairtrade Charity Projekt Rumänien

Undercut – berufliche Ausbildung als Chance
Am späten Nachmittag können wir dem Friseurkurs beiwohnen. Hier erhalten interessierte Jugendliche eine Ausbildung, die ihnen eine echte Berufsperspektive ermöglicht. Alle Kurse werden von ausgebildeten Fachleuten unterrichtet und finden in den z.T. von deutschen Unternehmen gespendeten Ateliers statt.

Charity Projekt Rumänien

So konnte Meinfrollein schon ein Projekt in der Schneiderei unterstützen und kann jetzt mit der gerade abgeschlossenen Verkaufs-Saison den Kurs zum Feinbäcker ermöglichen. Dieser gilt als Aufbaukurs zum Bäcker und qualifiziert die Jugendlichen für den rumänischen Arbeitsmarkt, auf dem sie durch die berufsvorbereitenden Kurse bessere Chancen haben. Gerade für Kinder aus dem Kinderdorf ist eine Ausbildung und der Einstieg ins Berufsleben oftmals die einzige Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft. (Der Kurs findet noch statt-Bilder folgen!)

Eine gute Schulbildung, Fremdsprachen und unterschiedliche Ausbildungslehrgänge, all dies finden sie im Kinderdorf der Stiftung Kinderzukunft.
Die Meinfrollein Spenden Charity Projekt helfen konkret und direkt vor Ort. Hier werden die Weichen für ein Leben mit Perspektive gestellt.

meinfrollein, fairtrade Charity Projekt Rumänien

Warum? – soziale Armut trifft vor allem Kinder
Die Kinder kommen mit den unterschiedlichsten Hintergründen in das Kinderdorf und haben oft mit 3-5 Jahren schon mehr traumatische Erlebnisse, als die meisten von uns jemals haben werden.

Viele der Kinder werden von ihren Eltern zurückgelassen, wenn diese ins Ausland abwandern, um der prekären sozialen Situation in Rumänien zu entkommen. Oftmals bleiben die Frauen alleine mit ihren Kindern zurück und können diese nicht mehr ernähren. Es gibt Kinder im Kinderdorf die 3-4 Geschwister von unterschiedlichen Vätern haben und die Mutter lebt in einer neuen Beziehung.

Der sehr niedrige Lebensstandard, oftmals keine Schulbildung und für einen großen Teil der Bevölkerung eine gewisse Perspektivlosigkeit verschlimmern die Situation.

Rumänien ist das ärmste Land der EU und hat mit Abstand die höchste Kinderarmut. Dabei ist in den letzten Jahren die Armutsgefährdung in Rumänien sogar gestiegen.

Kantinen im Kinderdorf, charity Projekt

Es scheint fast ein wenig hoffnungslos, wenn Popescu resümiert: im Kommunismus hatten wir alle gleich wenig aber es gab eine Wohnung, Arbeit und Essen. Jetzt gibt es wenige Gewinner und sehr, sehr viele, denen es schlechter geht als früher.
Und immer sind die Kinder die größten Verlierer.

Mehr als 110 Kinder finden im Kinderdorf ein Zuhause, in dem sie liebevoll von sehr engagierten Erzieherinnen und Sozialassistenten betreut und gefördert werden. Mir fällt insbesondere der respektvolle und hilfsbereite Umgang untereinander auf. Bei all den traumatischen Geschichten, die jedes Kind mitbringt, erfordert dies ein hohes Maß an Rücksichtnahme. Die klare Struktur des Alltags ist da sicherlich hilfreich.

„Der Hahn ist tot“ – Besuch im Kindergarten
Am nächsten Tag geht es zu den Kleinsten in den Kindergarten. Kaum erreichen wir den Flur, lugt auch schon das eine oder andere Kind um die Ecke. Natürlich werden wir schon erwartet und die Kinder führen kleine Liedchen und Gedichte vor. „Der Hahn ist tot“ scheint es auch nach Rumänien geschafft zu haben.

Hoffnung- Charity Projekt von meinfrollein

Auffallend ist auch hier die Disziplin. Die Erzieherinnen leiten sehr viel an und kontrollieren. So werden z.B. Bilder exakt ausgemalt und die Farben sind vorgegeben. Mit der Disziplin ist es dann aber vorbei, als wir Besucher bei Mitmachliedern einbezogen werden! Die Kinder sind begeistert, auch (oder gerade weil) wir kein Wort verstehen!

Die meisten Kleinen haben keine Berührungsängste und sitzen schneller auf meinem Schoß als ich gucken kann. Es ist herzergreifend. Leider habe ich nur zwei Arme und Hände!

Luftrutsche und Pizza – Ausflug nach Timisoara
Am Nachmittag geht es mit einer Gruppe von Kindern auf einen Ausflug nach Timisoara wo wir einen großen Park mit vielen tollen Spielgeräten besuchen. Attraktion ist eine große Luftrutsche, die gegen eine Gebühr fünf Minuten benutzt werden darf. Quasi angstfrei schmeißen sich die Kids von der wirklich steilen Rutsche, purzeln irgendwie auf eine Luftmatratze, die sie rudimentär auffängt, um gleich wieder nach oben zu klettern! Manches vom Luftzug hochgewirbelte Tüllröckchen versperrt bei der Abfahrt jegliche Sicht!

meinfrollein, fairtrade Charity Projekt Rumänien

Auch die Größeren haben viel Spaß mit den Riesenschaukeln, aber das Highlight ist natürlich der Besuch einer Pizzeria am Abend. Es ist schon lustig, wie zielstrebig die Kleineren meine Hände suchen, ganz brav neben mir herlaufen und munter auf mich einreden – auf rumänisch natürlich! Der Abschied am Abend ist nur mit vielen Umarmungen und Küsschen zu bewerkstelligen.

Rumaenienreise-Blog16

Hoher Besuch vom Vizekonsul – Einweihungsfeier
An meinem letzten Tag im Kinderdorf dürfen wir Besucher erst am Nachmittag kommen- die Kids bereiten das Fest vor!

Sogar der neue deutsche Vizekonsul ist anlässlich der Einweihungsfeier der renovierten Gebäude gekommen. Hört man die Geschichte der mehrjährigen Renovierungsphase, die immer wieder durch EU-Vorgaben, Insolvenzen von Baufirmen etc. verzögert wurde, ist es fast verwunderlich, dass dieses Fest stattfinden kann.

In wunderschönen Kostümen -die in der Schneiderwerkstatt gefertigt wurden- führen die Kinder großartige Aufführungen vor. Abwechselnd treten Solisten und Gruppen auf und ein etwas älteres Mädchen bedankt sich sehr bewegend stellvertretend für alle Kinder für die Unterstützung und das Zuhause, welches sie alle im Kinderdorf finden.
Auch ein gestandener Mann wie der Vizekonsul braucht danach einen Moment, bevor er zu seiner Rede ansetzen kann.

In solchen Momenten bin ich stolz auf alle meine Kunden und Fans, denn wir haben mit dem Meinfrollein Spenden Charity Projekt einen kleinen Beitrag für die Zukunft dieser Kinder geleistet. Diese Momente sind meine Inspiration und Motivation und bestätigen mich darin, dass man mit kleinen Schritten Großes leisten kann.

Ich freue mich schon auf das nächste Charity Projekt!

Vom Zwerg bis Ballerina – Kostümparty
Nach all den tollen Aufführungen geht es noch einmal zur Besichtigung durchs Dorf, um dann endlich die große Party steigen zu lassen! Alle Kinder haben sich mit selbst gefertigten Kostümen verkleidet und wir Besucher sind die Jury! So darf sich jedes Kind präsentieren und wird mit viel Applaus belohnt. Ein Kostüm ist schöner als das andere!

Alle sind total aufgekratzt, als der DJ Valentin die Musik laut macht. Es wird getanzt!

meinfrollein, Besuch im Kinderdorf, Timisoara

Bei so viel Herzlichkeit bleibt keine Verschnaufpause. Ob im Kreis, Polonaise oder mit 2 Kindern gleichzeitig auf dem Arm oder der Schulter, hier heisst es für mich: alles geben!
Schweißgebadet, mit wunden Füßen aber überglücklich verlasse ich das Kinderdorf am Abend. Dankbar für die Gelegenheit, dieses Glück und Lachen hautnah zu erleben.

Der Abschied fällt schwer, habe ich doch so viele neue Freunde gefunden!

Ich hoffe, dass der Reisebericht ein wenig vom Spirit im Kinderdorf vermittelt und freue mich, wenn ich Ihnen ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Sie haben die Welt ein kleines bisschen glücklicher gemacht.
Die strahlenden Kinderaugen sind das Dankeschön der Kinder.

Charity Projekt, Rumänien

Charity Projekt, Rumänien